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BODEN

Wie verbessere ich das Wasserhaltevermögen meines Bodens?


Wie kann ich dafür sorgen, dass mein Boden Wasser speichert?

Ein Boden, der Wasser gut speichern kann, ist die Grundlage für gesunde Pflanzen. Gerade in heißen Sommern und langen Trockenphasen hat das Wasserhaltevermögen großen Einfluss darauf, wie gut Pflanzen mit Stress umgehen können. Wer versteht, wie Boden Wasser aufnimmt, speichert und wieder abgibt, kann seinen Garten und Balkon widerstandsfähiger machen.

Warum ist das Wasserhaltevermögen des Bodens wichtig?

Wasser ist entscheidend für die Pflanzenentwicklung, doch nicht jeder Boden speichert Wasser gleich gut. Manche Böden lassen Wasser schnell versickern, andere halten es so fest, das Pflanzen es nicht nutzen können. Daher ist nicht nur die Wassermenge entscheidend, sondern vor allem die Verfügbarkeit. Zusammen mit dem Wasser können auch wichtige Nährstoffe ausgewaschen werden. Besonders die mobilen Nährstoffe wie Nitrat-Stickstoff (NO₃⁻), Sulfat-Schwefel (SO₄²⁻), Chlorid, Bor und Calcium sind davon betroffen.

Wie hält der Boden Wasser?

Boden besteht nicht nur aus festen Partikeln, sondern auch aus Poren. Diese Hohlräume entscheiden darüber, ob Wasser im Boden bleibt oder abfließt. Große Poren lassen Wasser schneller durchsickern und sorgen für eine gute Durchlüftung. Kleine Poren halten Wasser stärker fest und geben es langsamer ab. Sehr kleine Poren können Wasser so stark binden, dass es für Pflanzen kaum noch verfügbar ist (Totwasser)

Sandböden haben die gröbsten Partikel und speichern Wasser am schlechtesten. Tonböden verfügen über die kleinsten Poren, binden Wasser aber oft zu fest. Für viele Pflanzen bieten Lehmböden die besten Bedingungen. Sie haben eine gute Mischung verschiedener Poren und können Wasser sowohl halten als auch an die Pflanzen abgeben.

Warum ist Humus so wichtig?

Humus ist einer der wichtigsten natürlichen Wasserspeicher im Boden und ist wichtig für alle Bodentypen. Er kann Wasser aufnehmen, speichern und langsam wieder abgeben. Gleichzeitig verbessert Humus die Krümelstruktur des Bodens, was zu Poren in verschiedenen Größen führt. Somit verbessert ein humusreicher Boden die Wasserspeicherung und Luftversorgung des Bodens auf natürliche Weise. Zusätzlich fördert Humus das Bodenleben. Mikroorganismen, Pilze und Regenwürmer tragen dazu bei, dass die Bodenstruktur stabil und krümelig bleibt.

Hilft Pflanzenkohle beim Speichern von Wasser?

Pflanzenkohle kann das Wasserhaltevermögen des Bodens deutlich verbessern. Ihre poröse Struktur bietet viele kleine Hohlräume, in denen Wasser und Nährstoffe gespeichert werden können. Besonders in sandigen oder humusarmen Böden kann Pflanzenkohle eine spannende Ergänzung sein. 

Bitte beachtet aber, dass Pflanzenkohle vor dem Einsatz im Boden „aufgeladen“ werden sollte. Andernfalls kann sie zunächst Nährstoffe binden und dem Boden vorübergehend entziehen. Wenn ihr eigene Pflanzenkohle herstellen und verwenden möchtet, gebt sie am besten zuerst in den Kompost. Dort kann sie sich mit wertvollen Nährstoffen und Mikroorganismen anreichern und später Pflanzen und Boden besser unterstützen.

Wie verbessert man das Wasserhaltevermögen im Garten?

Die wichtigste Maßnahme ist der Aufbau von Humus. Reifer Kompost, regelmäßiges mulchen und schonende Bodenpflege verbessern die Bodenstruktur langfristig.

Mulch hat viele positive Effekte: Er schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung, verringert somit die Verdunstung und hält die Oberfläche länger feucht. Gleichzeitig wird organisches Material auf die Beete gebracht, das von den Bodenlebewesen abgebaut und später zu Humus umgewandelt werden kann.

Auch eine lockere, nicht verdichtete Bodenstruktur ist wichtig. Verdichtete Böden nehmen Wasser schlechter auf und leiten es weniger gut in die Tiefe. Verdichtete Bereiche im Garten können mit geeigneten Geräten gelockert werden.

Was ist im Topf besonders wichtig?

Im Topf trocknet das Substrat schneller aus als im Garten. Deshalb braucht es eine Mischung, die Wasser speichern kann und trotzdem locker bleibt. Gut geeignet sind Substrate mit Kokoserde, Kompost, Perlite, Vermiculite oder Pflanzenkohle.

Topfpflanzen bekommen oft kein Regenwasser ab, deshalb ist regelmäßiges Gießen besonders wichtig. Über das passende Substrat kann Feuchtigkeit gut gespeichert werden. Zusätzlich sind Bewässerungshilfen sinnvoll, um den Boden dauerhaft mit Wasser zu versorgen. Selbstbewässerungssysteme, Untersetzer, Ollas oder Bewässerungskugeln können dabei eine wertvolle Reserve bieten. Gerade kleine Töpfe trocknen bei großer Hitze sehr schnell aus und müssten theoretisch mehrmals täglich gegossen werden. Ein Untersetzer mit Wasservorrat kann hier bereits eine große Hilfe sein.

Praktische Tipps für mehr Wasserspeicherung

• Morgens gießen, damit Wasser weniger schnell verdunstet. Dadurch bleibt Pflanzen und Boden mehr Zeit zur Nutzung bzw. Speicherung des Wassers. 
• Sehr schwere und verdichtete Böden auflockern. 
• Humus aufbauen, um die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens zu verbessern. 
• Mulch verwenden, um die Bodenoberfläche vor Austrocknung zu schützen. 
• Pflanzenkohle ergänzend einsetzen, besonders bei sandigen oder humusarmen Böden. 
• Im Topf auf strukturstabile und wasserspeichernde Substrate achten. 
• Größere Pflanzgefäße wählen, damit das Substrat nicht so schnell austrocknet. 
• Schatten kann bereits hilfreich sein, gerade bei dunklen Töpfen die sich stark erhitzen.